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Willkommen | 40 Jahre Naturpark Fichtelgebirge e.V. | |
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40 Jahre Naturpark Fichtelgebirge e.V.Der Naturpark Fichtelgebirge feiert Geburtstag
Der Naturpark Fichtelgebirge e. V. beging am Sonntag, dem 11. September 2011 sein 40-jähriges Gründungs-Jubiläum. Die Feier dazu fand im Rahmen des traditionellen Backofenfestes in dem Freilandmuseum Grassemann bei Warmensteinach statt. Der mehr als 300 Jahre alte Bergbauernhof ist mit seinen Außenanlagen eine der Informationsstellen des Naturparks Fichtelgebirge. Um den freistehenden Lehmbackofen gruppierte sich ein Herbstmarkt mit Handwerkervorführungen und Produkten aus der Region – Kräuter, Holzwaren, Kartoffeln, Stauden, Kunsthandwerk, Käse, Beerenlikör etc. – statt. Die sehr gut besuchte Veranstaltung bot bei bestem Spätsommerwetter auch den Kindern mit Strohhüpfburgen und beim Steckerlbrotbacken ein buntes Programm. Schindel- und Rechenmacher sowie Besenbinder und Schwingelmacher zeigten ihre alte Handwerkskunst.
In diesem Jahr war das stimmungsvolle, lebendige Markttreiben der örtliche Rahmen der Jubiläumsveranstaltung „ 40 Jahre Arbeit für das Fichtelgebirge“ in der Kulturscheune in Grassemann. Der 1. Vorsitzende des Naturparks Fichtelgebirge, Landrat Dr. Karl Döhler begrüßte zahlreiche, geladenen Gästen, die seit Jahren Partner, Förderer und Wegbegleiter unserer langjährigen Arbeiten für das Fichtelgebirge sind, hob die Bedeutung des Naturparks für die Menschen als Erlebnisregion hervor und wertschätzte die langjährige, vielfältige Arbeit des Naturpark-Teams und Leitung von Herrn Christian Kreipe. Nach Grußworten von Stellvertretender Bürgermeisterin, Frau Hildegard Heser, Warmensteinach, und dem Landtagsabgeordneten Martin Schöffel, Wunsiedel, die den Naturpark als wirksames Instrument für den Naturerhalt und die Erholung in unserer Region würdigten, gab der Geschäftsführer Christian Kreipe einen umfassenden Rückblick mit alten und neuen Aufnahmen zur Entwicklung des Naturparks der letzten 40 Jahre.
„Am 30.11.1971 wurde unter Vorbereitung der Regierung von Oberfranken mit den Städten und Gemeinden des Hohen Fichtelgebirges, den Landkreisen Bayreuth und Wunsiedel i. Fichtelgebirge sowie der Bayerischen Staatsforstverwaltung der Verein Naturpark Fichtelgebirge e. V. gegründet. Es war der Beginn einer vierzigjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit über die Verwaltungsgrenzen hinweg zur Erhaltung der Kulturlandschaft, zur Entwicklung der naturnahen Erholung und zur Information über den Landschaftsraum. Zu Beginn der Naturschutzbewegung 1956 waren 25 Naturparke in Deutschland vorgesehen. In der Zwischenzeit sind 104 Naturparke in Deutschland ausgewiesen und schützen und entwickeln zum Wohle der Menschen diese sehr verschiedenen Naturräume. Im Gegensatz zu reinen Naturschutzgebieten sind die Naturparke bewusste Entwicklungsgebiete, deren Charakter durch die vorsichtige und verantwortungsvolle Entwicklungsarbeit erhalten bleibt. die drei Standbeine des Aufgabenbereichs der Naturparke ist die schonende Entwicklung der Landschaft, naturverträgliche Erschließung und Weiterentwicklung sowie die Umweltbildung. Diese soll im Einvernehmen mit den betroffenen Kommunen und den Bürgern sowie den daran beteiligten Verbänden geschehen.
Der Naturpark Fichtelgebirge hat mit seinem Landschaftscharakter, den wertvollen Biotopen und auch der alten, sehr langen Tradition des naturnahen Tourismus zu den ersten von 25 vorgeschlagenen Naturparken gehört. Heute ist der Naturpark Fichtelgebirge, trotz der dichten Besiedlung, mit seinen Wäldern und hochwertigen Biotopen eine vielfältige Kulturlandschaft mit herausragenden Arten. Durch die Lage im Knoten des Mittelgebirges hat er eine besonders hohe Bedeutung als Wanderraum von seltenen und wichtigen Arten. Die Kartierungen in den letzten Jahren zeigen die hohe Bedeutung für den Artenschutz auf. Zum einen gibt es hier die Blockmeere mit den Eiszeitrelikten zum anderen sind seltene Arten wieder eingewandert oder haben hier überlebt, wie das Auerhuhn, der Luchs oder der Fischotter. Bei den Fledermausarten wurde ein besonderer Artenreichtum im Fichtelgebirge festgestellt. Die Fledermaus ist ein gutes Beispiel dafür, dass gerade die menschliche Kultur Ersatzbiotope für diese Arten mit den Scheunen und Kellern bieten kann.
Von Beginn an war die gute Zusammenarbeit mit dem Fichtelgebirgsverein die Grundlage für ein sehr gutes und dichtes Wanderwegenetz, das in den letzten Jahren durch Lehrpfade, dem Qualitätswanderweg „Fränkischer Gebirgsweg“ und dem literarischen „Jean-Paul-Weg“ ergänzt wurde. Als besonderes Angebot für den Winter ist seit Gründung des Naturparkes das Loipennetz intensiv ausgebaut worden. Unter dem Markenbegriff „Nordic Park Fichtelgebirge“ wurde landkreisübergreifend, naturparkweit ein Nordic-Walking-Netz mit allen Beteiligten realisiert und ausmarkiert. Dezentrale Informationsstellen widmen sich verschiedenen Themen der Fichtelgebirgslandschaft und Karen Görner-Gütling bietet als museums- und umweltpädagogische Fachkraft des Naturparks ein Führungs- und Veranstaltungsprogramm an. Durch Einrichtung als Naturpark-Infostellen konnten bauliche, kulturhistorische Kleinode wir der Bergbauernhof Grassemann, das Bergwerk „Kleiner Johannes“, der Schausteinbruch Häuselloh bei Selb und das Torhaus beim Hammerschloss in Leupoldsdorf mit erhalten und weiterentwickelt werden. Bei den Besteigungsanlagen hat der Naturpark Fichtelgebirge die langjährige, kompetent Arbeit des Fichtelgebirgsvereins unterstützt. So sind die meisten Besteigungsanlagen mehrfach im Rahmen des Naturparkprogrammes renoviert und instand gesetzt worden. Der Naturpark Fichtelgebirge sieht sich als Dienstleister für seine Mitglieder und besitzt kaum eigene Einrichtungen. Für alle Maßnahmen gibt es örtliche oder vereinsmäßige Träger, die sich – gefördert, angeleitet und koordiniert vom Naturpark Fichtelgebirge e.V.- um den Unterhalt dieser Einrichtungen kümmern. Wesentlich dazu trägt auch Bernd Götz bei, der die heute arbeitsreiche Verwaltungsarbeit im Naturpark Fichtelgebirge in seiner Geschäftsstelle im Landratsamt Wunsiedel im Fichtelgebirge schultert.
Nicht alle Einrichtungen aus den Anfängen der Naturparkarbeit bestehen noch heute, ein Großteil hat jedoch bis heute Bestand. In vielen Fällen hat der Naturpark dazu beigetragen diese Einrichtungen über die Zeit hinweg zu erhalten.
Durch den Ankauf von Biotopen konnten diese von Vereinen oder Verbänden für die Nachwelt gesichert werden. Der Naturpark Fichtelgebirge hat sich von Anfang an neben der Erholungsvorsorge auch dem Landschaftsschutz gewidmet. Der Zeit entsprechend standen am Anfang oft die Reduzierungen von wilden Ablagerungen und Landschaftsschäden im Vordergrund. Eine der größten Maßnahmen stellte die Erhaltung des Basaltsteinbruchs Weidersberg bei Brand als Naherholungsgebiet und wichtiger Lebensraum dar. Das damals geplante Freizeitgelände mit seinen Felswänden und Stillgewässer erfreut sich heute noch großer Beliebtheit. Mit der Zeit rückte die Pflege der Landschaft und Erhaltung wichtiger Biotope immer stärker in den Mittelpunkt. Durch Ankäufe von gefährdeten Naturschutzflächen und die verstärkte Pflege konnten viele Biotope erhalten werden. Für die Bevölkerung und unsere Besucher sind zahlreiche Publikationen und Ausstellungen entstanden, um die Bedeutung der offenen Kulturlandschaft, ökologische Schätze und den Erholungswert unserer Landschaften zu erklären. Heute immer in Tschechisch übersetzt als Angebot für unsere Gäste aus dem Nachbarstaat.
Seit 1990 wurden vor allen Dingen Landschaftspflege- und Artenschutzmaßnahmen initiiert, umgesetzt sowohl im Landkreis Bayreuth als auch über den Landschaftspflegeverband im Landkreis Wunsiedel durch die Facharbeit von Gudrun Frohmader-Heubeck. Hier wurde eine gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten, den Grundeigentümern und dem zuständigen Maschinenring aufgebaut. Durch regelmäßige Entbuschung können so wichtige Biotope und Landschaftsteile in ihrer ökologischen Wertigkeit und Charakter erhalten worden. Kartierungen und geförderte Diplomarbeiten zu heimischen Flechten, Bergwiesen, Mooren, Kleinschmetterlingen, Wiesen, Auerhühner, Blockhalden und Fledermäuse vertieften die Kenntnisse über die seltenen Bewohner unserer alten Kulturlandschaft. Weidekonzeptionen und unsere Regionalwirtschaft sind weitere, wichtige Themen, die mit den Fachbehörden stetig diskutiert werden. Ausgewiesene Themenwege und Landschaftspfade in den Nagel, Bischofsgrün, Röslau, Hohenberg a. d. Eger, Fichtelberg geben Ein- und Ausblicke in die Landschaft mit ihrer Geschichte.
Einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Naturparkarbeit haben die Forstämter bzw. in letzter Zeit die Forstbetriebe geleistet. Zum einen haben sie in der Anfangsphase Erholungseinrichtungen geschaffen, die mit dem Naturpark fortentwickelt wurden zum anderen wurden in den letzten Jahren verstärkt Biotoppflegemaßnahmen zur Artensicherung durchgeführt. Gerade die Erhaltung des Auerhuhns im Hohen Fichtelgebirge ist ohne eine entsprechende Forstwirtschaft und Pflegemaßnahmen der Forstbetriebe nicht durchzuführen. In den vergangenen Jahren wurden hier wichtige Freistellungen von Flächen in Auerhuhn-Biotopen durchgeführt. Zur Zeit laufen verschiedene Vernässungen von Mooren auf der Königsheide oder wurden durch den Forstbetrieb Selb in der Torfmoorhölle durchgeführt. Auch die Rekultivierung des Schneebergs mit seinen Bauten und Versiegelungen hin zu einem Offenlandbiotop in besonderer Höhe war und ist eine der großen Naturparkpflegemaßnahmen.
Der 2008 eingestellte Gebietsbetreuer Ronald Ledermüller ergänzt draußen in der Natur das Verständnis unserer Gäste für unsere ökologischen Schätze, und arbeitet mit an Artenschutzprojekten für unsere Großtiere Auerhuhn, Wildkatze- und Luchs im Hohen Fichtelgebirge und hilft mit die Freizeitaktivitäten der Mountainbiker, Schneeschuhwanderer in vorgesehene Bahnen zu lenken.
Neben den staatlichen Mitteln aus den Naturpark- und Landschaftspflegeprogrammen wurden Gelder der Naturschutzstiftung, der Oberfrankenstiftung, der EU und vor allen Dingen auch Mittel der Arbeitsverwaltung für den zweiten Arbeitsmarkt für die Arbeit des Naturparks eingesetzt. Der Instandsetzungstrupp des Naturparks unter kompetenter Leitung von Herbert Prell ist das praktische Ausführungsorgan für die Aufstellung von Infotafeln, die Sanierung von Stegen, den Bau von Ausstellungsmaterialien und vieles mehr.
Der Naturpark Fichtelgebirge hat sich der Qualitätsüberprüfung des Verbandes Deutscher Naturparke gestellt und ist als Qualitätsnaturpark ausgezeichnet. Die vielen Maßnahmen wären nicht ohne die Zusammenarbeit der vielen Verbände und Kommunen denkbar gewesen.“
Der Naturpark Fichtelgebirge eröffnet eine neue Sonderausstellung zu den Fledermäusen im Fichtelgebirge
Im Rahmen des Bauernmarktes und des Jubiläums „ 40 Jahre Naturpark Fichtelgebirge“ im Bergbauernhof Grassemann eröffneten am Sonntag, 11. September 2011 die Vorsitzenden und Landräte Hermann Hübner, Bayreuth und Dr. Karl Döhler, Wunsiedel eine neukonzipierte, attraktive Fledermaus- Ausstellung „Jäger der Nacht“. Neben vielen Informationen erhalten die Besucher im Rahmen der Ausstellung auch die einzigartige Möglichkeit, den Fangmechanismus der Fledermäuse anhand von Zeitlupenaufnahmen zu beobachten. Die Ausstellung ist in der Infostellen Grassemann bis April 2012 zu den Öffnungszeiten Mai – Okt: Mittwoch bis Sonntag 11-16 Uhr und Jan. – April: Sa- So 14-17 Uhr zu sehen oder ganzjährig für Gruppen gegen Anmeldung.
Naturpark Fichtelgebirge e.V. Geschäftsstelle im LRA Wunsiedel i. Fichtelgebirge Tel. 09232-80-423 oder 0921-728-370 Email: karen.goerner-guetling@lra-bt.bayern.de www.naturpark-fichtelgebirge.org
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