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Fledermäuse im Fichtelgebirge

Abendsegler am Baum Foto: Dr. Andrea Zahn

Fledermäuse im Fichtelgebirge

Fledermäuse sind in den Sommermonaten nachtaktive Tiere. Sie jagen nachts Insekten und fallen tagsüber in den Torpor, eine Art Schlafzustand in dem alle Körperfunktionen z.B. der Stoffwechsel, heruntergefahren werden. Dazu ziehen sie sich in Ritzen, Baumhöhlen oder menschliche  Räume, wie Keller, Dachböden oder Kirchtürme, zurück. Im Spätsommer ab Anfang September suchen sie sich geeignete Winterquartier, die ihnen Schutz vor Kälte, Austrocknung und Fressfeinden gewähren. Hier im Fichtelgebirge sind die zahlreichen Felsenkeller bekannt dafür als solche Winterquartiere zu fungieren.

Fledermäuse bringen nur einmal im Jahr ein einziges Junges zur Welt, kompensieren diese niedrige Fortpflanzungsrate aber mit einer hohen Lebenserwartung. Sie können 20 -30 Jahre alt werden. Diese beiden Tatsachen sind auch häufig der Grund ihrer Schwierigkeit auf Veränderungen ihrer Umwelt zu reagieren. Wenn nur ein paar wenige Fledermäuse durch einen Eingriff in ihre überlebensnotwendigen Strukturen sterben, durch beispielsweise nicht-fledermausgerechte Hausdämmung, kann das schon ein großer Eingriff in ihre Population sein und lange dauern bis sie sich wieder erholt hat.

 

Bedrohung durch Lebensraumveränderung 

Das Fichtelgebirge bietet Lebensräume für eine große Anzahl von Fledermausarten. Allerdings war der Bestand nach Aussage von älteren Bewohnern des Fichtelgebirges weitaus größer (Schürmann und Strätz, 2010). Die Bestände sind, wie in ganz Deutschland, in den letzten Jahrzehnten zusammengebrochen. Gründe dafür gibt es reichlich. Einer der Hauptgründe ist aber die . So werden durch in den Wäldern die Sommerquartiere der Fledermäuse entnommen, nämlich tote und alte höhlenbildende Bäume.

Es wurden und werden Futterreviere zerstört, durch die . Denn Fledermäuse fangen nachts mehrere tausende Insekten. Diese sind meist aber an bestimmte Lebensräume angepasst, wie beispielsweise blütenreiche  extensiv genutzte Wiesen und Weiden oder auch Auen naturnaher Bäche und Flüsse. Besonders Pestizideinsätze und Monokulturen nicht heimischer Arten (wie der vermehrte Maisanbau, der nur wenigen Insekten als Futterpflanze dient) machen den Fledermäusen zu schaffen.

Es gibt noch weitere Gründe für den Rückgang der Fledermauspopulationen wie den , wodurch Jagdreviere zerstört oder teilweise unüberwindbar zerschnitten werden. Gebäuderenovierungen und nicht fledermausgerechte sind für den Verlust von Sommerquartieren der Fledermäuse verantwortlich.

Ein neuerer Grund für die Bedrohung der Fledermauspopulationen sind die modernen an unpassenden Standorten. Diese sind so groß und so schnell- in den Spitzen der Rotoren können sie Geschwindigkeiten bis zu 400 h/km erreichen- dass die Fledermäuse sie nicht mehr wahrnehmen können. Sie sind besonders für hoch jagende Arten eine Gefahr, da sie noch nicht einmal von einem Rotorblatt getroffen werden müssen, sondern die bloße Druckveränderung ausreicht, dass die Tiere innerlich (Lunge) platzen und sterben.

Eine Besonderheit des Fichtelgebirges sind die vielen traditionsreichen Felsenkeller. Da sie das ganze Jahr über gleich temperiert sind, eine hohe Luftfeuchtigkeit haben und durch ihre Tür Schutz vor Fressfeinden bieten, nutzen Fledermäuse sie gerne als Winterquartier. Leider sind diese heute oft verfallen und in einem schlechten Zustand, weil sie heutzutage nicht mehr zur Einlagerung gebraucht werden. Das heißt auch hier verschwindet langsam eine überlebenswichtige Struktur der Fledermäuse, wenn die Felsenkeller nicht erhalten werden.

 

Felsenkeller: Die Winterquartiere unserer Fledermäuse

Felsenkeller in Weißenstadt Foto: M.Gorny
Felsenkeller in Hauenreuth Foto: M.Gorny
Felsenkeller in Brand

Die Fledermausarten des Fichtelgebirges

Bechsteinfledermaus Foto: Dr. Andrea Zahn
Braunes Langohr Foto: Dr. Andrea Zahn
Breitflügelfledermaus Foto: Dr. Andrea Zahn
Fransenfledermaus Foto: Dr. Andrea Zahn
Kleine Bartfledermaus Foto: Dr. Andrea Zahn
Kleiner Abendsegler Foto: Dr. Andrea Zahn
Mopsfledermaus Foto: Dr. Andrea Zahn

Im Fichtelgebirge vorkommende Arten nach Schürmann und Strätz (2010)

Alle Fledermausarten sind streng geschützt.

Im Fichtelgebirge sind folgende Arten gefunden worden:

 

Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)

Brandtfledermaus (Myotis brandtii)

Bartfledermaus (Myotis mystacinus)

Fransenfledermaus (Myotis nattereri)

Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)

Großes Mausohr (Myotis myotis)

Großer Abendsegler ( Nyctalus noctula)

Kleinabendsegler (Nyctalus leisleri)

Zwergfledermaus ( Pipistrellus pipistrellus)

Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus)

Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii)

Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus)

Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)

Nordfledermaus (Eptesius nilssonii)

Braunes Langohr (Plectus auritus)

Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)

Mückenfledermaus Foto: Dr. Andrea Zahn
Nordfledermaus Foto: Dr. Andrea Zahn
Rauhautfledermaus Foto: Dr. Andrea Zahn
Wasserfledermaus Foto: Dr. Andrea Zahn
Zweifarbfledermaus Foto: Dr. Andrea Zahn
Zwergfledermaus Foto: Dr. Andrea Zahn
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