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Kulturlandschaft

Die Kulturlandschaft des Fichtelgebirges ist sehr vielfältig und daher reich an Tier- und Pflanzenarten. Typische Elemente der Kulturlandschaft sind beispielsweise die Raine und Hecken, die durch die kleinteilige Landwirtschaft entstanden. Besonders schöne Beispiele finden sich rund um die Gemeinde Nagel und am Schönbrunner Berg bei Wunsiedel.

Die Feuchtwiesen wurden früher meist zur Gwinnung von Einstreu für die Ställe genutzt. Hier geht der Weißstorch auf die Jagd nach Fröschen. Entlang der naturbelassenen Bachläufe werden die Wiesen als Grünland genutzt. Wasseramsel, Eisvogel und Biber sind hier zuhause.

Extensiv genutzte Wiesen in den Mooren oder in höheren Lagen des Fichtelgebirges sind besonders artenreich. Hier finden sich z.B. Arnika, Bärwurz, Meisterwurz, Klappertopf, Rundblättrige Glockenblume, Augentrost und Knöllchensteinbrech. Rund um die Dörfer gab es früher Streuobstwiesen, die in Teilen noch erhalten sind.

Eine Besonderheit sind die Felsenkeller, die früher zur Lagerung von Kartoffeln, Rüben und anderen Lebensmitteln, bei den Brauereien natürlich auch für die Bierfässer genutzt wurden. Zu Zeiten, da es noch keine Kühlschränke gab, waren sie ein lebenswichtige Einrichtung. In allen Dörfern und auch in den Städten wurden die Keller als lange Gänge ins Gestein getrieben. Eindrucksvolle Beispiele haben sich in der Wunsiedler Kellergasse am Katharinenberg sowie in Weißenstadt erhalten. Sie bieten vor allem im Winter frostsichere Unterschlupfmöglichkeiten für verschiedene Fledermausarten.  

Interessante Zeugnisse der Geschichte sind die vielen Kleindenkmäler in der Landschaft. Steinkreuze erinnern zum Beispiel daran, dass ein heutiger Feldweg einst eine bedeutende mittelalterliche Handelsstraße gewesen sein könnte. Meist ranken sich um diese Kreuze Sagen und schaurige Geschichten.

In den Wäldern versteckt finden sich noch Zeugnisse der regen Bergbautätigkeit: eingestürzte Stollen, so genannte Pingen, oberirdische Zinnseifen und eigens angelegte Stauweiher erzählen vom Bergbau nach Zinn, Eisen und sogar Gold. Einige ehemalige Bergwerke sind heut für Besucher begehbar, wie beispielsweise das Besucherbergwerk Gleißingerfels in Fichtelberg, das Bergwerk "Kleiner Johannes" in Arzberg oder ein ehemaliges Goldbergwerk in Goldkronach.  



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