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Moore im Fichtelgebirge

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Moore im Fichtelgebirge

Morgenstimmung in den Zeitelmooswiesen, Foto: M. Fichtner
Der rundblättrige Sonnentau ist eine fleischfressende Pflanze, die in den Mooren des Fichtelgebirges anzutreffen ist.
Kleine Moosjungfer, Foto: M. Fichtner
Renaturierungsmaßnahmen in 1000 Höhenmeter: Wiedervernässung eines kleinen Hangquellmoors am Schneeberg durch den Forstbetrieb Selb
Torf-Mosaikjungfer Foto: M. Fichtner
Moorige Verlandung an den Paradiesteichen bei Dürnberg, heute Naturschutzgebiet, Foto M. Fichtner
Sumpfblutauge in der Verlandungszone eines Moorteiches, Foto M. Fichtner
Torfstiche in der Torfmoorhölle westlich Weißenstadt, Foto: M. Fichtner

Moore sind seit jeher mystische Orte. Viele Geschichten von Elfen und Kobolden, wilden Jägern und braven Moosweiblein ranken sich im Fichtelgebirge um diese zahlreichen und unzugänglichen Gebiete. Die größten Moore Nordbayerns finden sich im Naturpark Fichtelgebirge. Zu den bekanntesten und bedeutendsten gehören das Zeitelmoos zwischen Wunsiedel und Röslau, die Häuselloh bei Selb, die Torfmoorhölle bei Weißenstadt und der Ehewald zwischen Tröstau und Nagel. Aber nicht nur in den Tallagen finden sich Moore. Auch auf den Bergen sind in feuchten Senken durch die hohen Niederschläge und wasserundurchlässige Böden unterschiedliche Moortypen entstanden. Sonderformen sind dabei die Hang- und Quellmoore, so zum Beispiel das Heinersbachquellmoor oder das Moor am Backöfele, unterhalb des Schneeberggipfels auf knapp 1000 m N.N. Höhe gelegen.

Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie ein Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten beherbergen, die an diese besonderen Lebensräume angepasst sind. Torfmoose bilden den eigentlichen Moorkörper. Sie wachsen nur wenige Milimeter im Jahr. Bei mehrere Meter dicken Torfschichten kann man sich leicht ausrechnen, dass diese Moore und die einzelnen lebenden Moospflänzchen uralt, oft einige tausend Jahre alt sind. Da es in den sauren, nährstoffarmen Moorböden nur wenige Nährstoffe zu holen gibt, hat der Rundblättrige Sonnentau eine besondere Überlebensstrategie entwickelt. Mit seinen klebrigen "Tautröpfchen" auf den Blättern fängt er Fliegen und andere unvorsichtige Insekten und zehrt sie auf. Neben dieser Fleischfressenden Pflanze gibt es in den Mooren des Fichtelgebirges noch weiter botanische Besonderheiten: Moorspirken, Krähenbeere, Moosbeere und das scheidige Wollgras sind weiter typische Pflanzen dieser besonderen Landschafts- und Lebensräume.

Unter den Tieren sind es vor allem Libellen, die in großer Vielfalt rund um die Moore vorkommen. Kreuzottern nutzen die warmen Waldränder entlang der Moore um sich in der Sonne zu wärmen und gehen gleich nebenan in den feuchten Wiesen und Moorflächen auf die Jagd nach Fröschen und anderen Amphibien. Der blaue Moorfrosch kommt in einigen wenigen Gebieten noch vor. Nach wie vor bieten die Moore mit ihren lichten Wäldern gute Lebensräume für die Auerhühner, eine der vier letzten Populationen in Bayern. Und auch Schwarz- und Weißstorch gehen in den Feuchtwiesen und Moorflächen auf die Jagd.

Früher wurden die Moore im Fichtelgebirge trocken gelegt. Bis in die 1950er Jahre diente der getrocknete Torf als wichtiges und billiges Brennmaterial. Die Wiesenflächen in den Mooren wurden gemäht, um die harten Halme als Einstreu für die Ställe zu verwenden. Heute wird versucht, die Moorwiesen zu erhalten und die Moore selbst wieder zu vernässen, damit die empfindlichen Lebensräume sich wieder ungestört weiter entwickeln können. Der Naturpark Fichtelgebirge unterstützt durch die Landschaftspflege die Grundstückseigentümer bei Renaturierungs- und Pflegemaßnahmen. Moorschutz ist heute wichtiger denn je. Denn die Moore, so zeigen Studien in aller Welt, gehören mit zu den effektivsten CO²-Speichern der Erde. In ihnen wirde der Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden und über Jahrtausende gespeichert. Damit leisten intakte Moore einen unschätzbaren Beitrag zum Klimaschutz.



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