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Moorkiefern oder Spirken im Fichtelgebirge

Junge Moorkiefern im Naturschutzgebiet Fichtelseemoor
Junge Moorkiefern im Naturschutzgebiet Fichtelseemoor
Moorkiefer oder Spirke im Detail, Zeichnung E. Walther
Moorkiefer oder Spirke im Detail, Zeichnung E. Walther

Moorspirken, lat Pinus mugo ssp. rotundata, sind eng verwandt mit der Latsche. Sie gelten als ein Eiszeitrelikt und werden in Oberfranken als gefährdete Pflanzenart eingestuft.

Merkmale und Abgrenzung zur Waldkiefer:

Waldkiefer
Rinde: sich in Streifen ablösende Spiegelrinde, oberwärts rötlich-braun
Krone: schirmförmig
Zapfen: pyramidenförmig

Spirke:
Rinde:   gleichmäßig graubraune, mehr an Fichte erinnernde Rinde
Nadeln: Lücken in der Benadelung, die dort bleiben, wo zuvor die männlichen Blüten standen, ein sog. Schachtelhalmwuchs
Krone:  pyramidenförmig aufsteigend
Zapfen: asymmetrisch, haselnussbraune Zapfenfärbung und stachelige Fortsätze, die der Baumart auch den Namen „Hakenkiefer“ bescherte.

Profil:

  • sehr lichtbedürftig
  • langsamwüchsig (bis max. 20m hoch)
  • konkurrenzschwach / verjüngt sich nur sehr schwer
  • sehr verbissempfindlich gegen Rehwild
  • auf Extremstandorten beschränkt, heute nur noch zu finden auf Hoch- und Übergangsmooren, die zu nass und zu sauer sind für andere Baumarten
  • enge Wasseramplitude: zu trocken (Þ wird verdrängt) Û zu nass mag sie auch nicht

Verbreitung:

  • Schwerpunkt Südbayern (Alpen – Alpenvorland)
  • nur wenige Restvorkommen in Nordbayern: Fichtelgebirge / Weiden – Pressath
  • 15 Fundpunkte im Landkreis Wunsiedel i.Fichtelgebirge
  • größtes Vorkommen im Fichtelgebirge: Torf-, See-, und Hüttenlohe /FOA Fichtelberg
  • Einzelvorkommen im Fichtelgebirge mit mehr als 20 Exemplaneren, lt. einer Diplomarbeit von Rupert Geiger (Uni Bayreuth 1994):
  • Torfmoorhölle Süd und Nord
  • Torfstich südwestlich Voitsumra
  • Torfstich bei Ruppertsgrün
  • östlich Waldstein
  • Vordorfermoor südlich Meierhof
  • östlich Schneeberggipfel
  • Geisterloch Grubbach
  • Hahnenstand im NSG Zeitelmoos
  • Mühlbacher Waldung Selb
  • Hagenhaus bei Arzberg
  • und weitere Einzelstandorte mit wenigen Spirken


Maßnahmen zur Erhaltung der Spirke:

  • Erhaltung der letzen Hoch- und Übergangsmoore mit Torfkörpern und Torfstichen
  • Schutz vor Austrocknung, nach Möglichkeit Wiedervernässen
  • Verminderung des Konkurrenzdruckes – Freistellen der lichtbedürftigen Spirken


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