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Schneeberg (1053 m)

Blick vom Nußhardt zum Schneeberg
Backöferle und Schneebergturm im Winter Foto: R. Ledermüller
Abriss- und Renaturierungsarbeiten des Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Blühflächen um das Backöferle Foto: B.Heindl-Tenhunhen
Naturpark-Gebietsbetreuer Ronald Ledermüller
Schwarze Teufelskralle am Schneeberggipfel Foto: Fro-beck
Schneeberggipfel Foto R.Ledermüller
Blockhalde am Haberstein mit Krüppelkiefer
Hahnenfußaspekt einer Bergwiese am nördlicher Schneeberghang mit Blick nach Weissenstadt

Der Schneeberg ist mit 1053 Höhenmeter der höchste Berg Frankens. Mit seiner wechselvollen Geschichte - seit Jahrhunderten eine Signalwarte und im letzten Jahrhundert ein Militärstützpunkt - hat er eine besondere Aura. 1992/1993 wurden die Umzäunungen abgebaut und die Bevölkerung hatte nach Jahrzehnten die Möglichkeit, den Gipfel zu besuchen.

Die markante Aussichtswarte das "Backöferle" aus Eichenbohlen hat die Zeit überdauert und liefert heute wieder eine weite Fernsicht in den Franken- und Thüringischen Wald, in das Erzgebirge und in den Kaiserwald. Der Blick vom Schneeberg zeigt alle Gipfel des Fichtelgebirges, der nächsthöchste Ochsenkopf im Südwesten ist nur 4 km weit. Gut erkennen kann man auch vom Schneeberggipfel, daß das Fichtelgebirge in Form eines Knotengebirges nach Norden, Osten, Süd und West verbunden ist.

Mit weniger als 4 Grad Jahresdurchschnittstemperatur ist die Vegetation auf dem Gipfel 2-3 Wochen später als im Tal. Der Bergfichtenwald ist exponiert und von Windwurf gelichtet.  Um das ehemalige Militärgelände finden sich Reste von Bergwiesen mit Borstgrasrasen, Zwergsträuchern und Ebereschengebüsche.

Ökologisch besonders interessant sind die Granit-Blockhalden im Westen des Gipfels. Als Urhabitate stehen sie seit langem unter Naturschutz und sind Relikte der letzten Eiszeit. Im Inneren und am Fuße der Blockhalden herschen konstant niederige Temperaturen, Untersuchungen des Naturparks haben Spezialisten wie die Eiszeitmücke oder besondere Spinnenarten als Erstnachweise erkennen lassen. Die Haldenoberflächen sind von einer Vielzahl von Flechten und Moosen überzogen. Ein weithin sichtbare Blockhalde befindet sich auch unter dem Haberstein an der Westflanke des Schneebergs Richtung Bischofsgrün.

Der östliche Schneebergkomplex mit seinen Fichtenwäldern zwischen Vordorfermühle und Weißenhaid birgt zahlreiche Quellen und Hangmoorflächen, die in das Innere des Hufeisengebirges entwässern.

Der Gipfel und sein Umfeld ist der Lebensraum von Auerhuhn und Luchs, Rothirsch und Wildkatze, Kreuzotter, Ringdrossel und Sperlingkauz. Dem Auerhuhn ist ein Wildschutzgebiet gewidmet, das auch den Schneeberggipfel umfaßt. Auch für die EU ist der Schneebergkomplex prioritär: ein Vogelschutzareal von internationaler Bedeutung.  

Die miltärische Nutzung hat viele Spuren hinterlassen, nach der Grenzöffnung konnte der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Flächen auf der Hochebene unter dem Backöferle erwerben, die Bauten und technischen Einrichtungen wurden abgerissen, die Flächen entsiegelt. Aus Bruchsteinhaufen entstand neuer Lebensraum für die Kreuzotter. Um das Backöferle haben sich natürliche Blühflächen ausgebreitet, die unterschiedlichen Bodenververhältnisse haben eine erstaunliche Flora zur Folge,  im Sommer gemäht im Auftrag des örtlichen Landschaftpflegeverbandes. Wie sich die Flächen in der Höhenlage und Vegetationsperiode entwickeln, wird durch 10 Dauerbeobachtungsflächen kontrolliert, die eine Biologin im Turnus im Auftrag des Naturparks erfaßt. 

Der Schneeberg ist dem Naturschutz und einer naturverträglichen Erholung gewidmet. Die Wanderer, Schneeschuhgeher und Radfahrer werden durch Markierungen und Infotafeln geleitet, der Naturpark-Gebietsbetreuer weist auf Störempfindlichkeit unserer besonderen, tierischen Bewohner in den Wintermonaten hin. Es herrscht Wegegebot.

Man erreicht den Gipfel über den Nußhardt, den Haberstein mit seinem beeindruckenden Blockmeer oder den Rudolfstein, der Weg ist als Höhenweg und Fränkischer Gebirgsweg bezeichnet, die Versorgungsstraße auf den genutzten Schneebergturm ist für die Allgemeinheit nicht geöffnet.

 



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