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Der Wacholder im FichtelgebirgeAuch wenn allenfalls Experten noch Standorte kennen: Der Wacholder war vor 150 Jahren auch im Fichtelgebirge noch ein häufiger Strauch! J. C. MEYER und FR. SCHMIDT schrieben 1854 in ihrer „Flora des Fichtelgebirges“: „In den Vorwaldungen, auf Huten und öden Weidestrichen, die mit vorherrschender blos gelegter Quarzunterlage der Granite, Gneise und Urthonschiefer an den Hochwaldsäumen nicht selten sind, bedeckt der Wacholderstrauch (Juniperus communis) ganze Strecken des Landes.“ Auch noch L. HACKER berichtet 1927 in seiner „Geschichte der Stadt Wunsiedel“, dass an den Rändern des angrenzenden Waldes im Zeitelmoos undurchdringliche, geschlossene Gruppen von Wacholderbeersträuchern wuchsen. Die damals beschriebenen Wacholderbestände des Fichtelgebirges zeigen an, dass hier ein ungeregelter Weidegang mit Selektivwirkung stattfand, denn das Vieh verschmähte den Wacholder . Auch Flurnamen weisen noch auf Standorte des Wacholders hin: „Grammelbühl“ bei Schönbrunn (Anm: heute alles Wald) oder Wandel der Landwirtschaft Mit der Einführung der ganzjährigen Stallhaltung des Rindviehs im 19. Jh. verschwanden mit den Landschafts prägenden Weideflächen auch die Wacholderbestände des Fichtelgebirges. Seither hat sich das Landschaftsbild stark gewandelt. Die Gemeindehutungen, Ödungen und Heiden wurden aufgeteilt und zu Wald, Wiese und Feld gemacht. Die Waldweide wurde verboten. Der Wacholder ist daher heute im Fichtelgebirge in freier Landschaft nur noch ein sehr selten anzutreffendes Weiderelikt. Da er Licht liebend ist, geht er mit zunehmender Walddichte zurück. Wacholder als altes Heilmittel Der Wacholder ist ein uraltes Zauber- und Heilmittel. Besonders der kräftige, anregende Duft, der beim Verräuchern von Holz und Beeren entsteht, sollte Dämonen abwehren. In der Aromatherapie soll Wacholderöl positiv und stärkend auf die Psyche wirken. |
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